Great Sand Dunes


Hier sieht es ja aus wie in Südamerika! Das ist mein erster Gedanke, als ich von Alamosa kommend auf den Highway 150 abbiege und nach Norden fahre, Richtung Great Sand Dunes. Einsam und verlassen wirkt diese Gegend, ein offenes, weites Hochplateau, flankiert von der schroffen und kargen Gebirgskette der Sangre de Christo Mountains, die hier im Süden Colorados über 4.300 Meter Höhe erreichen. Selbst die Straße, die einsam und verlassen vor mir liegt, scheint sich irgendwo im Nichts zu verlieren.

Medano Creek

Fast 30 Meilen ist diese Strecke lang, eine Stichstraße, die direkt am Rande der Dünen endet - oder besser gesagt, am breiten Bachbett des Medano Creek, dessen kühles Wasser direkt aus den Bergen gespeist wird und der dadurch auch in der größten Sommerhitze nie ganz austrocknet. Im Hochsommer, wenn es tagsüber in den Dünen zu heiß ist, kann man gleich hier seine Schuhe ausziehen und barfuß durch das feinsandige und erfrischend kühle Bachbett am Rande des Dünengebiets entlangschlendern - ein herrlich sinnliches Erlebnis mit tollem Blick auf die hellen Berge aus Sand auf der einen Seite und die richtigen Berge aus Fels auf der anderen Seite.

Medano Creek

Eine Wanderung ins Innere der Great Sand Dunes sollte man allerdings auch nicht versäumen, denn erst aus der Nähe bekommt man einen richtigen Eindruck von der riesigen Ausdehnung dieses Gebiets und den gewaltigen Ausmaßen der einzelnen Dünen. Was Sand bedeutet, begreift man auch erst dann richtig, wenn man einmal versucht, auf die ein oder andere Düne hinaufzusteigen. Richtig anstrengend ist das, denn man sinkt bei jedem Schritt ganz tief ein. Abwärts geht es dafür wesentlich einfacher, und wer keine Lust mehr hat, zu laufen, rutscht einfach auf der Steilseite der Dünen zusammen mit dem Sand wieder nach unten.

Great Sand Dunes

Beste Tageszeit für eine solche Dünenwanderung ist der frühe Morgen, wenn die Spuren des Vortages bereits wieder vom Winde verweht sind und die Kontraste aus Licht und Schatten noch stark genug sind, um all die schönen Wellenlinien und Konturen im Sand klar und deutlich erkennen zu können. Je weiter man kommt, je tiefer man in diese Dünen hineinwandert, desto mehr stellt sich dann auch das Gefühl ein, weit weg von allem irgendwo mitten in einer riesigen Sandwüste zu sein. Absolute Stille und Einsamkeit. Nichts mehr, was das Auge ablenkt. Nur noch diese sanft geschwungenen Linien in einem Meer aus Sand. Weiche Konturen, Licht und Schatten, Berge und Täler aus Sand. Nichts als feiner, heller Sand. Bis zum Horizont.

Great Sand Dunes

Der schönste Ort, um nicht weit von den Dünen zu übernachten, ist der San Luis Lake, ein flacher, von Schilf gesäumter See mit einem kleinen State Park, einfachen Campsites und schattenspendenden Ramadas. Da selbst im Hochsommer nur wenige Besucher hierher kommen, gibt es am Eingang nur eine Self-Pay-Station. Ansonsten ist meist weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Für Tagesbesucher gibt es Picknickplätze direkt am Seeufer, die Zeltplätze liegen etwas weiter vom See entfernt auf einer kleinen Anhöhe.

San Luis Lake



San Luis Lake State Park

Mit ein bisschen Glück hat man sogar den ganzen See und den ganzen Campingplatz für sich alleine. Und dann kann man so wie ich hier einfach nur dasitzen und den Sonnenuntergang genießen. Den Sonnenuntergang, das Alleinsein in der Natur, die Stille und ganz besonders diesen weiten, unvergesslichen Blick über das ganze San Luis Valley bis hinüber zur Bergkette der Sangre de Christo Mountains mit den Gipfeln Blanca, Ellingwood und Little Bear.

San Luis Valley




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