The Flatirons


Meinen ganzen Kletterrucksack habe ich dabei, vollgepackt mit Express-Schlingen, Karabinern, Klemmkeilen, Friends, Schuhen, Gurt und was man sonst als Kletterer noch so braucht. Mindestens 10 Kilogramm Zusatzgepäck, nur weil ich mir in den Kopf gesetzt habe, dieses Jahr während meines Colorado-Urlaubs unbedingt irgendwo klettern zu müssen. Und jetzt bin ich hier in Boulder, einem der bekanntesten Klettergebiete in den USA. Südlich von hier befindet sich der Eldorado Canyon und etwas außerhalb der Stadt der Boulder Mountain Park mit seinen schräg in den Himmel aufragenden Steilfelsen, den Flatirons.


Flatirons

Hier wollen wir klettern, zuerst den Third Flatiron - zum Aufwärmen sozusagen, und dann am nächsten Tag den First Flatiron. Da ich selbst das Gebiet überhaupt nicht kenne und alleine ja auch nicht klettern kann, habe ich mir zu Hause über das Internet ein paar Kletterpartner gesucht. Sie leben schon eine ganze Weile hier in Boulder, kennen die ganzen Klettergebiete und sind richtig nett.

Nach kurzem Aufstieg über ein großes Geröllfeld stehen wir am Fuße des Third Flatiron. Er ist der mittlere der Felsengruppe und besteht aus drei eng nebeneinanderliegenden Felsenfingern. Die Route, die wir klettern wollen, nennt sich East Face Left, Schwierigkeitsgrad 5.5. Zum Glück habe ich mir zu Hause schon die ganzen englischen Kletterbegriffe eingeprägt und mir eine vergleichende Übersicht über die bei uns gültige UIAA-Skala und die bei den Amerikanern übliche Yosemite-Skala besorgt. So kann ich mir jetzt ungefähr vorstellen, was auf mich wartet. Besonders steil ist dieser lange Felsen ja nicht, aber lang! 390 Meter ist die Route, die längste im Boulder Mountain Park und die längste, die ich bisher geklettert bin. Das sind mehr als 10 bis 12 Seillängen. Ganz schön viel! Dafür brauchen wir bestimmt mehrere Stunden!


First Flatiron          Flatirons

Da ich selbst ja nicht vorsteigen muss, sondern den anderen beiden einfach hinterherklettern kann, entwickelt sich das Ganze schnell zu einem richtigen Plaisirklettertag. Ein bisschen klettern, reden, ausruhen, die Aussicht genießen, dann wieder ein bisschen klettern. So kommen wir langsam immer höher. Nur einmal passiert mir ein Missgeschick. Als einer der Klemmkeile so fest sitzt, dass ich meinen Klemmkeilentferner brauche, rutscht mir auf einmal dieses Metallstück aus der Hand, kullert den Berg hinunter und bleibt dann in einem schmalen Felsspalt hängen. Einer meiner Kletterpartner ist aber dann so nett, klettert wieder nach unten und bringt mir das wertvolle Stück wieder. Ein bisschen ungewohnt ist für mich auch das Klettern mit einem Daypack. Irgendwie bringt mich dieses schwere Teil immer wieder aus dem Gleichgewicht. Auf jeden Fall ist es viel schwieriger, die Balance zu halten. Aber ohne geht es bei so einer langen Route auch nicht. Ein oder zwei grosse Wasserflaschen sind bei dieser trockenen Sommerhitze an den Felsen einfach ein Muss.


Klettern in Boulder          Boulder climbing

Von oben haben wir dann eine phantastische Aussicht auf die Stadt, die jetzt weit unter uns liegt. Wie viele andere Städte der Front Range schmiegt sie sich direkt an den Osthang der Rocky Mountains. Nachdem wir eine Weile unseren gelungenen Aufstieg und diesen tollen Blick hinunter in die Ebene genossen haben, geht es auf der steilen Rückseite des Third Flatiron wieder bergab. Zum Glück habe ich jemand, der sich hier auskennt, denn Abseilen muss man sich hier über drei Seillängen. Auch das ist ungewohnt für mich. Aber ein tolles Erlebnis war das heute. Ich freue mich schon richtig auf Morgen. Auf den First Flatiron, der ja viel schwieriger und steiler ist, auf einen sonnigen Tag draußen in der Natur und auf ein neues Kletterabenteuer in den Rocky Mountains.







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