Schlangen im Südwesten der USA




Western Diamondback Rattlesnake (Crotalus atrox) in Drohhaltung - Big Bend, Texas

Giftschlangen

Die im Westen der USA am häufigsten anzutreffenden Giftschlangen sind die in zahllosen Unterarten vertretenen Klapperschlangen, die Copperhead sowie die auffallend schwarz-gelb-rot gestreifte Coral Snake. Die meisten dieser Schlangen leben in den Canyon- und Wüstengebieten des Südwestens. Zu den Klapperschlangen gehört auch die in den Wüstengebieten lebende Sidewinder. Ihren Namen verdankt sie ihrer ungewöhnlich seitwärts schlängelnden Fortbewegungsart, mit der sie blitzschnell über den heißen Sand gleitet.

Die harmlosen Gopher Snakes sehen den Klapperschlangen in Farbe und Zeichnung oft zum Verwechseln ähnlich. Zudem können Sie das Verhalten der Klapperschlangen imitieren. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal sind die Hornklappen am Schwanzende, die nur Klapperschlangen besitzen und mit denen sie bei Gefahr das charakteristische rasselnde Geräusch erzeugen.


Bei dieser Gopher Snake sieht man leider nicht das Schwanzende

Vorsichtsmaßnahmen

Um ernsthafte Zwischenfälle mit Giftschlangen von vornherein zu vermeiden, sollte man bei Übernachtungen im Freien und Wanderungen - besonders abseits offizieller Wanderwege - stets bestimmte Sicherheitsregeln beachten. Am besten ist es, lange Hosen und hochschaftige Wanderstiefel zu tragen, denn ein etwaiger Schlangenbiss wird durch festen Stoff oder Leder bereits wesentlich abgemildert. Da die meisten Schlangen dem Menschen bei Annäherung von selbst aus dem Weg gehen und sie diese Annäherung vor allem anhand der Bodenerschütterung registrieren, sollte man beim Gehen stets fest auftreten. Wichtig ist vor allem, nie mit der Hand in Felsspalten oder in dichtes Buschwerk hinein zu fassen, denn dies sind beliebte Verstecke. Viele Schlangenbisse ereignen sich in der Dunkelheit oder in der Dämmerung, beispielsweise beim Sammeln von Feuerholz. Nehmen Sie in der Dunkelheit also stets eine Taschenlampe mit und leuchten Sie damit sorgfältig den Weg aus.

Bei einer unverhofften Begegnung mit einer Schlange ist es wichtig, stets respektvollen Abstand zu halten und stehen zu bleiben, so dass diese sich gefahrlos zurück ziehen kann. Auf keinen Fall darf man Giftschlangen zusätzlich ärgern oder reizen, denn sobald sie sich bedroht fühlen, greifen sie an und beißen zu.

Wann sind Schlangen aktiv?

Normalerweise beenden Klapperschlangen ihre Winterruhe im März oder April, wenn die durchschnittlichen Tagestemperaturen konstant über 15 Grad Celsius liegen. Am aktivsten sind sie bei Außentemperaturen zwischen 25 und 30 Grad, also die meiste Zeit des Tages im Frühling und Herbst sowie am frühen Morgen und späten Abend, gelegentlich auch nachts in den Sommermonaten. Steigen die Temperaturen dagegen über 40 Grad Celsius, reichen ein paar Minuten in der prallen Sonne, um eine Klapperschlange zu töten. Daher sieht man sie tagsüber im Hochsommer so gut wie nie.

Verhalten bei Schlangenbissen

Über Schlangenbisse und die richtige Behandlung solcher Bisswunden herrschen bei vielen Menschen immer noch falsche Vorstellungen. Völlig nutzlos, wenn nicht sogar gefährlich, ist das Aufschneiden, Aussaugen oder Abbinden der Wunde. Ebenfalls nutzlos sind die auch in den USA immer noch käuflichen Snake Kits. Das einzige wirksame Gegenmittel ist das entsprechende Antiserum (antivenin), das nur in Krankenhäusern vorrätig ist und auch nur von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden darf, da die Behandlung ebenfalls nicht ganz ungefährlich ist und allergische Reaktionen bis hin zum lebensgefährlichen Schock auslösen kann. Erste Anzeichen eines giftigen Schlangenbisses (nach ca. 30 Minuten) sind mäßige Schmerzen rund um die Bisswunde, Rötungen der Haut oder Blutergüsse, oft verbunden mit einem Anschwellen der Lymphknoten.

Hier die Empfehlungen für das Verhalten nach einem Schlangenbiss:

  • Die Biss-Stelle vorsichtig reinigen, falls möglich mit Seife und Wasser oder mit einem Desinfektionstuch
  • Das betreffende Körperteil nicht bewegen und tiefer halten / lagern als das Herz
  • Für den Fall einer Schwellung alle einengenden Kleidungs- und Schmuckstücke entfernen
  • Falls möglich, die Biss-Stelle mit einem Stift umkreisen, Uhrzeit notieren
  • Aussehen und Größe der Schlange merken oder - falls möglich und sicher - ein Foto von ihr machen
  • Den Betroffenen möglichst schnell in eine Klinik bringen oder von dort Hilfe holen
  • Ist es notwendig, zu gehen, langsam aber stetig gehen und immer wieder kurze Pausen machen

Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Schlange zu töten und zur Identifikation mit ins Krankenhaus zu nehmen, da man sich dadurch zusätzlichen Gefahren aussetzen würde. Zudem können selbst noch Stunden nach dem Tod der Schlange Reflexbewegungen des Schlangenkörpers zu Giftbissen führen. Besser ist daher eine Aufnahme aus sicherer Entfernung mit der Handykamera. Im Notfall gilt: keine Zeit verschwenden und so schnell wie möglich fachmännische Hilfe organisieren (ist Antiserum notwendig, sollte dieses spätestens vier Stunden nach dem Biss verabreicht werden!). Und noch ein Wort zur Statistik: von insgesamt 45.000 Schlangenbissen in den USA pro Jahr verlaufen maximal 10 bis 15 tödlich. Ursache ist in den meisten Fällen mangelnde Vorsicht und unsachgemäße oder falsche Behandlung durch unkundige Begleiter.


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