Bisti Wilderness  

Bisti Wilderness

Bisti Wilderness

Haben Sie Lust auf ein wirkliches Wildnisabenteuer in einer fantastischen Mondlandschaft? Weit ab von allen überfüllten Parkplätzen, klimatisierten Besucherzentren und markierten Wanderwegen? Dann auf in die Bisti Wilderness im kaum besiedelten und kargen Nordwesten New Mexicos, denn hier findet man außer einer ungeteerten Lehmpiste, einem Zaun, einer kleinen Self-Register-Station und einem einfachen Holzschild mit der Aufschrift ‚Bisti Wilderness' nur noch eines - Einsamkeit, Stille und eine grandiose Naturlandschaft mit bizarren Hoodoos, dunkelgrauen Mesas, skurrilen Lehmfiguren, urzeitlichen Fossilien und versteinerten Baumstämmen.

Bisti Wilderness Hoodoos
Bisti Wilderness - King of Hoodoos


Bisti Wilderness Geschichte und Geologie

Wer durch diese ausgetrocknete, vegetationslose Steinwüste wandert, mag kaum glauben, dass sich hier vor etwa 65 bis 70 Millionen Jahren eine von Dinosauriern bevölkerte dschungelähnliche Sumpflandschaft befand. Erst als sich die großen Inlandsmeere im Gefolge einer Klimaänderung nach Norden verlagerten, trockneten die Sümpfe aus. Zurück blieben die Ablagerungen dieser einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt - versteinerte Baumstämme, Fische, Schildkröten und Eidechsen sowie Knochenreste von Säugetieren und Dinosauriern, die bis heute auf eine genauere wissenschaftliche Untersuchung warten.

Bisti Wilderness
Bisti Wilderness - Chimney Rock

Heilig war das Gebiet mit den farbigen Felsen und den wundersamen Sandstein-Lehm-Figuren schon immer den hier lebenden Navajo-Indianern. Für sie waren die Bistis ein Ort, an dem sie ihre Toten bestatten und die farbige Erde für ihre Sandbilder sammeln konnten. In ihrer Sprache bedeutet Bis-ta-hi soviel wie unwirtliches Land, ein damals wie heute zutreffender Begriff, denn lange Zeit galten die farbigen Bisti Badlands als unbesiedelbar und wirtschaftlich nutzlos. Dies änderte sich erst mit der Entdeckung großer und leicht abzubauender Kohlevorkommen in der gesamten Region südlich von Farmington. Die einzigartigen Naturwunder der Bisti Badlands entgingen glücklicherweise einer kommerziellen Nutzung. Sie wurden im Jahr 1984 durch den San Juan Basin Wilderness Protection Act unter Schutz gestellt.


Bisti Wilderness Fossilien fossils
Bisti Wilderness - nur Steine oder ein versteinertes Riesenfossil?


Anfahrten Bisti Wilderness

Man erreicht die Bisti Wilderness am einfachsten über die NM 371, eine knapp 100 Meilen lange Verbindungsstrecke zwischen den beiden Städten Farmington im Norden und Crownpoint/Thoreau im Süden. Von dieser nur selten befahrenen, aber durchgehend geteerten Straße zweigt etwa 63 Meilen nördlich von Thoreau (nach Überqueren der Don Glesson Bridge) bzw. 37 Meilen südlich von Farmington bei einem Schild mit der Aufschrift ‚Bisti Wilderness 2 Meilen' eine geschotterte Dirt Road (Rd. 7297) nach Osten ab (GPS-Daten dieser Abzweigung N 36°13'54", W 108°16'20"). Auf dieser in der Regel auch mit PKW befahrbaren Piste fährt man nun 1,9 Meilen Richtung Osten, bis man zu einer T-Kreuzung gelangt. Hier biegt man nach links ab und folgt dann dieser Piste noch weitere 1,2 Meilen bis zu einer gut erkennbaren, relativ großen Parkfläche auf der rechten Straßenseite, dem offiziellen Trailhead an der Bisti Wilderness Boundary (GPS-Daten Trailhead BIS01 N 36°15'43", W 108°15'10").

Bisti Wilderness trailhead
Parkplatz an der Bisti Wilderness Boundary

Eine dritte Variante ist die Anfahrt zur Bisti Wilderness über die ungeteerte Indian Route 7500, eine 25 Meilen lange Verbindungsstrecke zwischen dem Highway 550 und der NM 371. Vorteil dieser Route ist, dass man unterwegs gleich noch einen Abstecher in die De-na-zin Wilderness unternehmen kann. Nachteil ist die Abgeschiedenheit und Länge der Strecke. Wer hier unterwegs ist, sollte sich deshalb im Notfall (z.B. Reifenpanne) auch selbst helfen können. Wer die Route wählen möchte, zweigt 25 Meilen südlich von Bloomfield beim Huerfano Trading Post vom Highway 550 nach rechts (Westen) auf eine relativ breite Dirt Road ab, die Indian Route 7500. Von hier aus sind es 11,3 Meilen bis zum Trailhead am Rande der De-na-zin Wilderness Area (GPS-Daten Trailhead N 36°18'44", W 108°0'10"). Nochmals 10,3 Meilen weiter durchquert man eine interessante kleine Badlands Area mit roten Felsen, weißgrauen Hügeln und schwarzbraunen Steinen, die allerdings keinen besonderen Namen trägt (GPS-Daten N 36°13'36", W 108°8'20").

Bisti Badlands
Interessante Badlands Area zwischen De-na-zin und Bisti Wilderness

Weitere 3,3 Meilen westlich dieser Mini-Badlands erreicht man schließlich die Einmündung in die geteerte NM 371. Hier biegt man nun nach rechts ab und folgt dem Hwy 371 noch 7,5 Meilen nach Norden bis zur oben bereits erwähnten Abzweigung Richtung Bisti Wilderness (Achtung: bereits vorher zweigt etwa in Höhe des Milemarker 63 eine weitere Dirt Road ab, die mit ‚Bisti Wilderness Access 7 Miles' ausgeschildert ist. Dieser Abzweigung noch NICHT folgen!).

Hinweis: Früher gab es die Möglichkeit, vom offiziellen Trailhead an der Bisti Wilderness Boundary aus weiter nach Norden zu fahren, um von dort aus schneller in das nördliche Gebiet der Bistis zu gelangen. Diese Möglichkeit besteht mittlerweile nicht mehr. Man kann zwar noch 0,7 Meilen auf dieser Dirt Road weiter fahren. Die Piste endet dann aber an einem breiten Zaun, der das gesamte Wildnisgebiet großräumig eingrenzt. Den Norden der Bisti Wilderness erreicht man allerdings auch problemlos zu Fuß vom offiziellen Trailhead aus. Man muss eben nur ein Stückchen weiter gehen als früher, was auch seinen Reiz hat - gelangt man doch auf diese Weise in Gebiete, die ebenfalls sehr interessant sind.

Bisti Wilderness - Creatures of the Night
Bisti Wilderness - Creatures of the Night


Wanderungen in der Bisti Wilderness

Bereits bei der Planung eines Abstechers in die Bisti Wilderness sollte man bedenken, dass es keinerlei markierte Wege gibt, dass man hier draußen vollkommen auf sich allein gestellt ist und dass die Bisti Badlands recht groß und unübersichtlich sind. Schnell hat man da bei fehlender Achtsamkeit oder spontanen Entdeckungstouren in eines der zahlreichen Seitentäler die Orientierung verloren, was besonders ins Gewicht fällt, da die meisten interessanten Highlights doch recht weit vom Trailhead entfernt sind. So sind es beispielsweise zur ersten großen Hoodoo Area, die sich südöstlich des Trailheads befindet, schon 1,2 Meilen one-way, vom Trailhead bis zu den Cracked Eggs knapp 2 Meilen. Aus diesem Grund sollte man bereits für eine kleine Rundwanderung eine Zeitdauer von mindestens 2,5 bis 3 Stunden einplanen, für eine große Rundtour, die auch den nördlichen Teil der Bistis umfasst, mindestens einen halben Tag inklusive ausgiebiger Fotostopps.

Bisti Wilderness - Black Mesa
Bisti Wilderness - Black Mesa

Ein weiteres gutes Hilfsmittel ist ein GPS-Gerät, das dabei hilft, bestimmte Punkte schneller zu finden, Entfernungen zu berechnen und auf schnellstem Weg wieder den Rückweg zum Fahrzeug zu finden. Allerdings sollte man sich auch bei Nutzung eines GPS-Geräts nicht nur an die vorgegebenen Routen anderer halten, denn es macht einfach Spaß, in diesem riesigen Felsenwunderland selbst auf Entdeckungstour zu gehen. Zudem lassen sich die Bistis auch ohne GPS-Gerät erkunden. Man muss dann einfach nur ein bisschen besser aufpassen, wo man hingeht und sich markante Orientierungspunkte in der Landschaft suchen, anhand derer man wieder den Rückweg findet. Nützlich ist auch ein kleines Notizbüchlein, in dem man sich eine Skizze des gegangenen Weges einzeichnen kann. Im Folgenden sind einige Wegvarianten beschrieben, die allerdings nur grobe Anhaltspunkte für eigene Erkundungstouren darstellen sollen.

Wanderung im Norden der Bisti Wilderness

Geht man vom Parkplatz und Trailhead aus rechts um den grauen Felsblock herum und blickt dann gen Osten, erkennt man vor sich ein relativ breites Tal - das meist ausgetrocknete Bachbett des Alamo Wash, das sich mehr und mehr verengt, je weiter man ihm in östlicher Richtung folgt. Links dieses Tals erscheint nach kurzer Zeit ein Zaun, der die Gateway Mine von der Wilderness Area abgrenzt und etwa hundert Meter weiter nördlich parallel zum Wash Richtung Ost-Nordost verläuft. Wer vorhat, den Norden der Bistis zu erkunden, folgt einfach diesem Zaun, der nach etwa 0,7 Meilen ab Trailhead einen scharfen Knick nach Norden macht und dann kurz vor einer roten Hügelkette endet (GPS-Daten Knick im Zaun nach Norden BIS02 N 36°15'57", W 108°14'21"). Geht man von hier aus 0,6 Meilen geradeaus in nördlicher Richtung, gelangt man zunächst zu Coloured Butte, einem großen, schön gestreiften Hügel mit einer farbigen Kappe (GPS-Daten BIS03 N 36°16'24", W 108°14'17") und dann nochmals 0,2 Meilen weiter zu einem Gebiet mit kleinen, braun-beigen Hoodoos (GPS-Daten BIS04 N 36°16'37", W 108°14'14").

Bisti Wilderness vanilla hoodoos
Vanilla Hoodoos im Norden der Bisti Wilderness

Hier kann man noch ein Stück weiter nach Norden gehen Richtung Stonewings (GPS-Daten BIS05 N 36°16'45", W 108°14'14"), oder man wendet sich gleich nach rechts und gelangt dann nach etwa 0,4 Meilen zu den fast weißen Vanilla Hoodoos (GPS-Daten N 36°16'34", W 108°13'48"). Nach diesem Abstecher ins nördliche Gebiet der Bisti Wilderness gilt es nun, von diesen etwas höher gelegenen Hügelketten aus einen guten Abstieg hinunter ins Bachbett des Alamo Wash zu finden, um von dort aus dann den Rückweg zum Fahrzeug anzutreten oder die Wanderung zu einer großen Rundtour durch den Süden der Bistis Badlands auszudehnen. Ein guter Punkt für einen solchen Abstieg befindet sich knapp 0,2 Meilen südwestlich der Vanilla Hoodoos (GPS-Daten BIS07 N 36°16'26", W 108°13'58"). Geht man unten im Hauptwash angekommen nach links (Osten), erreicht man nach etwa einer halben Meile den kleinen, schwarzbraunen Bisti Arch (siehe Südtour).

Bisti Arch
Der ungewöhnliche Bisti Arch


Wanderung im Süden der Bisti Wilderness

Geht man vom Trailhead aus im breiten Bachbett des Alamo Wash Richtung Osten, erkennt man nach etwa 0,5 Meilen einen breiten Seitencanyon, der von rechts in den Hauptwash einmündet. Folgt man diesem Seitencanyon, gelangt man nach etwa 0,25 Meilen zu den Chocolate Hoodoos, die links über dem Tals auf einer dunkelgrauen Hügelkette thronen (GPS-Daten BIS11 N 36°15'32", W 108°14'20").

Bisti Wilderness - Chocolate Hoodoos
Bisti Wilderness - Chocolate Hoodoos

Zurück im Alamo Wash wandert man weiter im breiten Bachbett gen Osten, bis man nach 0,5 Meilen den Petrified Cowboy erreicht, eine kleine, ungewöhnliche Lehmfigur (GPS-Daten BIS12 N 36°15'57", W 108°13'59") und nochmals 0,4 Meilen weiter den kleinen, aber sehenswerten Bisti Arch (GPS-Daten BIS14 N 36°59'52", W 108°54'33"). Von hier aus ist es jetzt nur noch ein Katzensprung Richtung Südosten zu den Cracked Eggs (auch Egg Factory genannt), einem weiten Tal, angefüllt mit großen, rundlichen Steinen, die aussehen wie aufgeplatzte urzeitliche Rieseneier, aus denen jeden Moment kleine Dinosaurier krabbeln könnten (GPS-Daten BIS15 N 36°16'3", W 108°13'25").

Bisti Wilderness Cracked Eggs
Bisti Wilderness - Cracked Eggs

Geht man um die Felswand nördlich der Cracked Eggs herum, wartet dort bereits eine weitere nette Überraschung, ein großer versteinerter Baumstamm (GPS-Daten BIS16 N 36°16'5", W 108°13'12"). Hier wird die Landschaft nun richtig interessant, denn nur knapp hundert Meter weiter südöstlich beginnt die Hoodoo-City, ein ganzes Labyrinth kleiner Seitentäler mit verwinkelten Gassen, angefüllt mit großen, schlanken Säulen aus weißgrauem Sandstein, in denen es richtig Spaß macht, umherzustreifen und auf Entdeckungstour zu gehen (GPS-Daten BIS17 N 36°15'59", W 108°13'5").

Bisti Wilderness - Hoodoo City
Bisti Wilderness - Hoodoo City

Bisti Wilderness - Hoodoo City
Bisti Wilderness - Ally of Giants

Von hier sind es dann nur noch 0,4 Meilen bis zu Eagles Nest, einer Felsformation, die wie ein hoch gelegener Adlerhorst aussieht und von einigen weiteren Hoodoos umgeben ist (GPS-Daten BIS18 N 36°16'9", W 108°12'44"). Damit hat man gleichzeitig den Endpunkt der Südtour erreicht. Geht man von hier aus auf direktem Weg durch den Alamo Wash zurück, ist man nach knapp 3 Meilen wieder zurück am Fahrzeug.

Hinweise und Naturschutzrichtlinien für die Bisti Widerness

Noch ein Hinweis zum Wetter: im Sommer gibt es im Gebiet der Bisti Wilderness fast täglich heftige Nachmittagsgewitter mit starken Regenfällen, die den lehmhaltigen Boden großflächig aufweichen und in eine schmierige Matschfläche verwandeln. Ein Gehen ist auf diesem feuchten Boden kaum noch möglich, denn man sinkt bei jedem Schritt ein, wobei der Lehm auch noch in großen Klumpen an den Schuhsohlen haftet - ein äußerst anstrengendes und nicht gerade erfreuliches Wandererlebnis! Im Sommer kann es in der fast gänzlich schattenlosen Bisti Wilderness zudem recht schnell unerträglich heiß werden, vor allem, wenn man die Wanderung morgens beginnt und dann in der größten Mittagshitze wieder die lange Strecke durch den Alamo Wash zurück laufen muss.

Bisti Wilderness - Petrified Logs
Bisti Wilderness - Petrified Log

Wer etwas stressfreier wandern und mehr Zeit für Erkundungstouren und zum Fotografieren haben möchte, kann in der Bisti Wilderness auch unter freiem Sternenhimmel übernachten, vorausgesetzt, man verlässt diesen wunderschönen Ort so unberührt und naturbelassen, wie man ihn vorgefunden hat. Zudem gelten für den gesamten Bereich der Bisti Wilderness strenge Naturschutzrichtlinien, an die man sich unbedingt halten sollte, einfach um diese einzigartigen fragilen Naturgebilde auch noch für die nächsten Generationen zu erhalten. So ist es nicht erlaubt, Feuer zu machen, auf Lehmfiguren zu klettern, sie zu beschädigen, Fossilien oder versteinertes Holz zu sammeln und das Gebiet mit Mountainbikes oder Motorfahrzeugen zu erkunden.

Infos Bisti Wilderness

Farmington Field Office
1235 La Plata Highway, Suite A
Farmington, NM 87401
Tel. 505 599-8900

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     Fotostory Bisti Wilderness Hike

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